Solaranlage kaufen oder mieten – was lohnt sich?
Die Investition in eine eigene Solaranlage ist vielen Hausbesitzer:innen zu unsicher oder die Anfangsinvestition zu hoch. Seit einigen Jahren etablieren sich deshalb Alternativen zum klassischen Kauf: Miete, Pacht und Stromliefermodelle. Wir zeigen, wie sich die Modelle unterscheiden und wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen.
Die drei Modelle im Überblick
- Kauf: Sie zahlen die Anlage einmalig (oder finanziert über einen Kredit) und sind ab Inbetriebnahme alleinige:r Eigentümer:in.
- Miete/Pacht: Ein Anbieter installiert die Anlage auf Ihrem Dach, Sie zahlen eine monatliche Rate über eine feste Laufzeit (häufig 15–20 Jahre).
- Stromliefermodell (Contracting): Ein Anbieter betreibt die Anlage auf Ihrem Dach und verkauft Ihnen den erzeugten Strom zu einem vertraglich vereinbarten Preis — Sie zahlen nur für tatsächlich genutzten Solarstrom.
Kauf: Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Über die Laufzeit meist die günstigste Gesamtlösung | Hohe Anfangsinvestition (auch bei Finanzierung über Kredit) |
| Volle Kontrolle über Anlage, Wartung und ggf. Weiterverkauf | Betriebs- und Wartungsverantwortung liegt bei Ihnen |
| Nach Ablauf der Amortisation nahezu kostenloser Strom | Technisches Risiko (z. B. Wechselrichterausfall) liegt bei Ihnen |
Miete: Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Keine oder geringe Anfangsinvestition | Über die gesamte Laufzeit meist teurer als ein Kauf |
| Wartung und Reparaturen sind oft im Mietpreis enthalten | Vertragsbindung über 15–20 Jahre, Kündigung oft nur eingeschränkt möglich |
| Planbare monatliche Fixkosten statt Einmalzahlung | Nach Vertragsende teils Kaufoption zum Restwert nötig, um Eigentümer:in zu werden |
Kostenvergleich über 20 Jahre (Richtwerte)
Die folgende Tabelle zeigt eine vereinfachte Beispielrechnung für eine Anlage mittlerer Größe. Die tatsächlichen Konditionen hängen stark vom Anbieter und der individuellen Anlagenkonfiguration ab.
| Anlagengröße | Kauf (Gesamtkosten) | Miete (Kosten über 20 Jahre) |
|---|---|---|
| 4–5 kWp | ca. 9.500 € | ca. 13.000–16.000 € |
| 6–7 kWp | ca. 12.000 € | ca. 17.000–21.000 € |
| 8–9 kWp | ca. 15.000 € | ca. 21.000–26.000 € |
Für gewöhnlich sparen Sie mit dem Mietmodell nicht mehr Geld als mit einer gekauften Anlage — der Vorteil liegt in der geringen Einstiegshürde, nicht in der langfristigen Wirtschaftlichkeit.
Für wen lohnt sich welches Modell?
Wer über ausreichend Eigenkapital oder Zugang zu einem günstigen Kredit verfügt und die Anlage langfristig selbst betreiben möchte, fährt mit dem Kauf in aller Regel günstiger. Miete oder Contracting eignen sich vor allem für Haushalte, die eine niedrige Einstiegshürde und planbare, feste Kosten bevorzugen — auch wenn das über die gesamte Laufzeit meist teurer ist.
Steuerliche Aspekte
Seit dem 1. Januar 2023 gilt für den Kauf und die Installation kleiner Photovoltaikanlagen (bis 30 kWp je Wohn- bzw. Gewerbeeinheit) in Deutschland ein Umsatzsteuersatz von 0 % (Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG). Für gemietete Anlagen gelten andere Regelungen, da hier in der Regel keine Umsatzsteuerbefreiung für die laufende Miete besteht — Ausnahmen können sich aus dem individuellen Mietvertrag ergeben, etwa wenn nach Vertragsende automatisch das Eigentum übergeht.
Unsicher, welches Modell zu Ihrem Vorhaben passt? Über das Formular auf dieser Seite vermitteln wir Sie kostenlos an passende regionale Fachbetriebe, die sich mit einem unverbindlichen Angebot für Kauf- oder Mietmodell bei Ihnen melden.
